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19.04.2011 - BREUNGESHAIN - Versammlung der Schottener Feuerwehren - Artur Ruppel: Ruhiges Einsatzjahr - Gründung von vier Bambini-Gruppen
(sw). Ein sehr ruhiges Einsatzjahr liegt hinter den 15 Schottener Stadtteil-Feuerwehren. Dies verkündete Stadtbrandinspektor Artur Ruppel in seiner Bilanz im Rahmen der Delegiertenversammlung der Brandschützer im Breungeshainer Dorfgemeinschaftshaus. 61 Mal wurden im vergangenen Jahr die Feuerwehren zu Einsätzen gerufen - immerhin 20 Einsätze weniger als im Jahr 2009.
Neben 19 Bränden waren 33 technische Hilfsleistungen und neun Fehl- beziehungsweise böswillige Alarmierungen abzuarbeiten. Zu den insgesamt 349 geleisteten Einsatzstunden kamen nach den Worten Ruppels weitere Hilfsdienste wie Brandsicherheitsdienste oder Absperrmaßnahmen hinzu.
Nach wie vor trage die Kernstadtfeuerwehr die Hauptlast der Arbeit. Am Stützpunkt Schotten werde auch das notwendige technische Gerät vorgehalten, um zum Beispiel Verkehrsunfälle oder Umwelteinsätze abarbeiten zu können.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels betonte Ruppel die Notwendigkeit, schlagkräftige Feuerwehren auch in den einzelnen Stadtteilen zu erhalten. Positiv sei zu erwähnen, dass bei der Stadtverwaltung mehrere Einsatzkräfte - auch aus den Stadtteilen - beschäftigt seien, die im Ernstfall die Einsatzgruppe der Kernstadtfeuerwehr tagsüber personell verstärkten.
In allen Schottener Feuerwehren haben insgesamt 107 Einsatzkräfte die Befähigung, unter Atemschutz tätig werden zu können. Ruppel dankte in diesem Zusammenhang besonders Klaus Neubert, der den Atemschutz in der Großgemeinde koordiniert.
Für den Betrieb der Feuerwehreinrichtungen in der Großgemeinde leistete die Stadt Schotten im vergangenen Jahr nach Ruppels Worten einen Zuschuss in Höhe von rund 147 000 Euro. Dies käme einem finanziellen Aufwand von 13,19 Euro für die Sicherheit eines jeden Einwohners gleich. Im Vergleich dazu bezifferte Ruppel die städtische Förderung für den Bereich Jugend und Sportvereine auf 4,14 Euro je Einwohner. Anders als beim Brandschutz gebe es hierfür allerdings keinen gesetzlichen Auftrag.
An Investitionen habe die Stadt im vergangenen Jahr rund 1,35 Millionen Euro geleistet, die vor allem in den Neubau des Gefahrenabwehrzentrums sowie des Feuerwehrhauses in Burkhards geflossen seien. Die Feuerwehrvereine hätten knapp 15 000 Euro in die Verbesserung der Ausrüstungen investiert. Die Feuerwehr Betzenrod habe zudem für mehrere 1 000 Euro einen Mannschaftstransportwagen gekauft.
Mit der Teilnahme an 101 Lehrgängen und Seminaren konnte Ruppel einen neuen Rekord mit einer rund achtprozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahr verkünden. Der Stadtbrandinspektor lobte in diesem Zusammenhang besonders Matthias Rohn, der das kreisweite Ausbildungswesen am Schottener Stützpunkt koordiniert.
Die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Eschenrod erreichte bei den Leistungsübungen des Vogelsbergkreises erneut den dritten Platz. Bei den Stadtmeisterschaften im Rahmen des Stadtfeuerwehrtages siegten die Gastgeber aus Sichenhausen gegen Teams aus allen Stadtteilen. Der diesjährige Stadtfeuerwehrtag findet am 11. September in Eschenrod statt. Abschließend betonte Ruppel die Bedeutung des frühen Heranführens von Kindern an den Brandschutz. Dafür seien in allen Kindergärten Schottens entsprechende Maßnahmen durchgeführt worden. Hervorzuheben sei auch die Gründung von mittlerweile vier Bambini-Gruppen.
Stadtjugendfeuerwehrwart Thomas Kromm vermeldete einen leicht zurück gegangenen Mitgliederstand von 196 Jungen und Mädchen in den 14 Nachwuchsorganisationen. 21 Jungen und sechs Mädchen seien im vergangenen Jahr in die Einsatzabteilungen übernommen worden. Leider hätten sich einige Jugendliche zurückgezogen. Als Gründe nannte Kromm unter anderem Wohnortwechsel, Schule und Berufsausbildung oder schwindendes Interesse. Lobend hob der Jugendfeuerwehrwart den Nachwuchs aus Wingershausen hervor. Neben dem Gewinn der Stadtmeisterschaft hatte das Mädchenteam mit dem Sieg im Osthessencup für Furore gesorgt.
Rechner Klaus Neubert berichtete von einer befriedigenden Kassenlage. Zu neuen Rechnungsprüfern wurden Sascha Burzak und Steffen Rau gewählt.
Im Rahmen der Versammlung wurden mehrere Feuerwehrleute mit dem silbernen Brandschutzehrenzeichen des Vogelsbergkreises für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet: Axel Hartmann, Alwin Vierheller (beide Breungeshain), Stefan Becker (Busenborn), Marianne Herget, Heiko Hippel, Marco Rehberger (Eichelsachsen), Thomas Appel II (Kaulstoß), Werner Burg (Michelbach), Torsten Konrad (Rainrod) und Reinhard Neumann (Rudingshain). Das Ehrenzeichen in Gold für 40-jähriges Engagement erhielten Klaus Neubert (Schotten) und Hans-Werner Appel (Sichenhausen). Für ihre langjährige Vorstandarbeit geehrt wurden Stefan Hauptvogel (Eichelsachen/25 Jahre), Ernst Hippel (Eichelsachen/28), Kurt Petermann (Eschenrod/21) und Karl-Heinz Berck (Eschenrod/18). Eine besondere Ehrung wurde Oliver Jochim zuteil. Der Wehrführer und Brandmeister führt seit 1993 die Freiwillige Feuerwehr in Einartshausen und ist darüber hinaus seit insgesamt 22 Jahren im Vorstand tätig. Kreisbrandinspektor Werner Rinke überreichte ihm in Anerkennung seines Engagements das Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes. Mit dem bronzenen Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes wurde die Arbeit von Roswitha Stumpf (Busenborn) belohnt, die als Frauensprecherin viele Jahre dem Vorstand des Vogelsberger Kreisverbandes angehört hatte.
In ihrem Grußwort stellte Bürgermeisterin Susanne Schaab die Bedeutung von funktionierenden Feuerwehren in allen 15 Stadtteilen der Großgemeinde heraus. Sinnvoll sei es, Jungen und Mädchen bereits im frühen Kindesalter an den Brandschutz heranzuführen. Kreisvertreter Uwe Meyer (Lauterbach) lobte die große Einsatzbereitschaft der Schottener Feuerwehren: „Das ist eine beeindruckende ehrenamtliche Pflichterfüllung für das Gemeinwesen.“ Kreisbrandinspektor Rinke bezeichnete es als besonders positiv, dass die städtischen Gremien Schottens die Arbeit der Feuerwehren ohne Diskussionen mit den nötigen Finanzmitteln unterstütze. Der Feuerwehr- und Ausbildungsstandort Schotten leiste einen großen Beitrag für den Vogelsbergkreis, betonte Rinke.
Quelle: Kreis-Anzeiger |