3,6 Mio. Euro-Neubau: Gefahrenabwehrzentrum soll im Oktober bezogen werden Druckbutton anzeigen? E-Mail

26.07.11 - Schotten - Gute Fortschritte macht in der Stadt Schotten der Bau des neuen Gefahrenabwehrzentrums in der Parkstraße auf dem Gelände der Stadtverwaltung, in dem die Freiwillige Feuerwehr Schotten eine neue Behausung finden soll. Das 3,6 Millionen teuere Vorhaben soll die räumlichen Probleme der Stützpunktwehr in diesem entfernteren Winkel des Vogelsbergkreises beseitigen, unter denen die Feuerwehrleute seit Jahren zu leiden hatten. Der neue Gebäudekomplex beinhaltet neben dem eigentlichen Feuerwehrbereich auch einen Teil, der für andere Aufgaben vorgesehen ist. 2,6 Millionen werden für die Brandschützer verbaut. Am auffallendsten ist sicherlich der weit sichtbare 14 Meter hohe Halbturm. Der Vogelsbergkreis bezuschusst das Bauvorhaben mit 147.000 Euro. Von den zuwendungsfähigen Kosten für die Feuerwehr übernimmt das Land Hessen 736.000 Euro, die Stadt Schotten muss insgesamt 2, 8 Millionen Euro aufbringen, darunter auch über ein Darlehen über 800.000 Euro, das aus dem Konjunkturprogramm des Landes Hessen kommt.



Das neue Zentrum, für das es bereits in den 1980er Jahren erste Vorstellungen und Planungen gab, wird neben der Feuerwehr auch Polizei und Bergwacht beherbergen. Gleichzeitig werden in diesem Jahr drei in die Jahren gekommene Fahrzeuge (LF 16, SW 1000 und RW 1) durch zwei neue ersetzt, nämlich ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16) und ein Gerätewagen Logistik (GW-L). Das HLF ist bereits ausgeliefert und in Dienst gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr der Kernstadt Schotten verfügt damit derzeit über neun Einsatzfahrzeuge. Ein LF 16 wurde im Rahmen der Neuanschaffungen inzwischen außer Dienst gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr, die spätestens im Oktober 2011 ihr neues Domizil beziehen will, muss bei der Fertigstellung auch einen Teil der Endarbeiten in Eigenleistung erledigen. Die Mitarbeiter des Polizeipostens Schotten sollen durch den Umzug schneller auf die Bundesstrasse gelangen können, die Feuerwehrwehrleute haben künftig auch mehr Platz für Fort- und Weiterbildung draußen als am Rande des bisherigen großen Parkplatzes.

Feuerwehr, Polizei, Bergwacht und das Archiv der Stadt

ON unterhielt sich über die seit Jahren größte Baumaßnahme in der Stadt Schotten mit Artur Ruppel, dem Leiter des Ordnungsamtes, der zugleich auch Stadtbrandinspektor alle städtischen Feuerwehren ist. Seinen Angaben zufolge gab es bereits Mitte der 1980er Jahre erste Planungen, auf einem Privatgelände Richtung Michelbach eine neue Feuerwehrunterkunft zu errichten. Doch die Planungen waren noch recht ungenau, und es scheiterte letztlich an den Finanzen.

Im dem neuen sehr beachtlichen Gebäudekomplex ziehen neben der Freiwilligen Feuerwehr Schotten (1370 qm), der Bergwacht Schotten (156 qm) und dem Polizeiposten Schotten (242 qm) auch das Archiv der Stadt Schotten (115 qm) ein, das derzeit noch in der alten Schule in Breungeshain und im ehemaligen Bauhof untergebracht ist. In der alten Feuerwehrunterkunft führen die beengten Behältnisse u. a. dazu, dass die Umkleide für die Feuerwehrleute im Einsatzfalle in der Fahrzeughalle ist und diese dann beim Starten der Fahrzeuge die Abgase einatmen müssen.

14 Meter hoch ist der weit sichtbare, rote Halbturm, der zum Trocknen der Schläuche und für den Übungsbereich genutzt werden kann. Das neue Zentrum beinhaltet allein für den Bereich der Feuerwehr sieben Tore für die Fahrzeuge, davon ist eines als Waschplatz vorgesehen. In dem geräumigen Zentrum sind u.a. neben einer Waschanlage zur Schlauchpflege ein Unterrichtsraum, ein Raum für die Jugendfeuerwehr und eigene Räumlichkeiten für die Kreisausbilder, die in Schotten Grund-, Maschinisten- und Truppführerlehrgänge abhalten.

Zusammenarbeit

Die Stadt Schotten wendet für ihre Feuerwehren nicht unerhebliche Mittel auf. Jährlich werden für den Brandschutz der Stadt rund 150.000 Euro investiert. Freuen kann sich die Kernstadtwehr dieses Jahr nicht nur über ihre neue Behausung, sondern auch über einen neuen GW-L, der im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion 2010 angeschafft wurde und der in vier bis sechs Wochen in Dienst gestellt werden kann. Dafür werden dann RW 1 und SW 1000 außer Dienst gestellt Die meisten Stadtteile von Schotten haben als Standardausrüstung ein TSF, der Stadtteil Eschenrod verfügt über ein TSF-W und Rudingshain über ein LF 8/6. Während die Schottener als Stützpunkt auch überörtlich bis in den Raum Grebenhain und Freiensteinau fahren müssen (bei Einsatz des GWG), bekommen sie bei Bedarf Hilfe in Form einer Drehleiter (DLK 23-12) aus Nidda oder Gedern. Als sehr positiv hat sich erwiesen, dass die Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Schotten, die einer Stadtteilfeuerwehr angehören, tagsüber mit zu den Einsätzen der Stützpunktfeuerwehr mit hinausfahren. Das macht sich bei den insgesamt 80 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehren von Schotten pro Jahr – auf die Kernstadt entfallen dabei rund die Hälfte - sehr positiv bemerkbar, erzählt uns der Feuerwehrchef stolz, so dass pro Einsatz in der Kernstadt selbst am Tage 15 bis 20 Personen zur Verfügung stehen.

Ruppel, Ordnungsamtschef und Stadtbrandinspektor in einem, berichtet ON, dass er 1996 vom damaligen Bürgermeister Hans-Otto Zimmermann gebeten wurde, das Amt des Stadtbrandinspektor zu übernehmen. Nach zwei Jahren kommissarischer Tätigkeit ist Ruppel seit 1998 gewählter „Gesamtchef“ aller Schottener Feuerwehren. Für den feuerwehrkundigen Leser listen wir die zur Zeit im Dienst befindlichen Fahrzeuge der Kernstadtwehr auf: ELW, HLF 20/16, GW-G, TLF 16/25, TSF-W, VRW und MTW. Außer Dienst gestellt werden ein SW 1000 und ein RW 1. Die beiden letztgenannten Fahrzeuge sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, der GW-G etwa halb so alt. Ruppel ist deshalb mit dem Fuhrpark nach der diesjährigen Erneuerung recht zufrieden, denn die dann zur Verfügung stehenden Einsatzfahrzeuge seien dann relativ neu. Personell verfügen die Schottener Feuerwehren über 559 aktive Einsatzkräfte und insgesamt in den Vereinen über 2.811 Mitgliedern bei rund 11.500 Einwohnern.

Freuen werden sich sicher auch über das neue Domizil die Bergwacht Schotten, die mit ihren beiden Fahrzeugen dann auch adäquate Räume bekommt; sie ist derzeit noch im inzwischen verkauften alten Forstamt zuhause. Bei der Realisierung des Neubaus kamen zu einem nicht erheblichen Teil heimische Firmen zum Zuge. In der Endausbauphase wird die Freiwillige Feuerwehr Schotten auch etliche Eigenleistungen erbringen, versicherte uns der Stadtbrandinspektor. Die alte Unterkunft soll nach dem Umzug in das Gefahrenabwehrzentrum verkauft werden. (awh)+++

 

 

 

 

 

 

Fotos: Axel W. Hofmann

Quelle: http://www.osthessen-news.de/beitrag_J.php?id=1200851

 

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