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16.03.2010 - Schotten - Freiwillige Feuerwehr Schotten sucht nach neuen Wegen - Ende April Baubeginn für Gefahrenabwehrzentrum

Die Vielzahl der Einsätze, große Probleme in der Jugendarbeit und der bevorstehende Bau des neuen Feuerwehrstützpunktes (Gefahrenabwehrzentrum) standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in der Kernstadt. Vor etwa 40 Mitgliedern ging Wehrführer Matthias Rohn zunächst auf das "lebhafte Einsatzjahr 2009" ein.

Neben zwölf kleineren Brandeinsätzen standen 30 technische Hilfeleistungen, aber auch acht Fehlalamierungen zu Buche. Unter den Hilfeleistungen waren auch sieben Verkehrsunfälle zu registrieren, zwei davon mit tödlichem Ausgang. "Erfreulicherweise blieb es auf der B 276 ruhig, sicherlich ein Indiz für die starke Polizeipräsenz auf diesem Streckenabschnitt", bilanzierte Rohn.

Eine leicht rückläufige Tendenz in der Beteiligung stellte der Wehrführer bei den acht Übungen fest. Beeindruckend sei eine von Dr. Thomas Schlörb, Marcus Koller und der Bergwacht vorbereitete Nachtübung gewesen, bei der es galt, im Bereich des Krankenhauses einen verunglückten Forstarbeiter zu bergen.

Insgesamt 16 Aktive hatten an Lehrgängen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Kassel teilgenommen. Rohn sprach angesichts 605 absolvierter Lehrgangsstunden von einem guten Ausbildungsstand der Wehr. Am Schottener Stützpunkt wurden vier Lehrgänge mit 89 Teilnehmern durchgeführt. Entwarnung gab Rohn für den Bereich Atemschutz. Mit der Einweihung der neuen Atemschutzstrecke in Alsfeld sei man nicht mehr auf das Wohlwollen anderer Landkreise angewiesen. Die Schottener Feuerwehr verfügt nach den Angaben Rohns über insgesamt 20 Atemschutzgeräteträger. Das Wettkampfteam belegte beim Stadtfeuerwehrtag in Einartshausen den fünften Platz .

Insgesamt leisteten die Mitglieder der Einsatzabteilung 4264 Stunden. Dazu zählte auch die Mithilfe bei verschiedenen Veranstaltungen wie dem Schottenring-Grand-Prix, der Vogelsbergrallye oder dem Altstadtlauf.

Bezüglich Beschaffungen kündigte Rohn die Auslieferung des bestellten Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) für den Dezember an.

In Erinnerung brachte er die Indienststellung eines Mannschaftstransportwagens, für den der Feuerwehrverein ca. 25 000 Euro aufgebracht hätte. Abschließend dankte Rohn den beiden Atemschutzgerätewarten Klaus Neubert und Frank Wingefeld. Ohne deren engagierte Arbeit müssten professionelle Dienste in Anspruch genommen werden.

Ernüchternd war die Bilanz von Jugendwart Thomas Kromm. "Wir haben mit drei Jugendlichen das Jahr begonnen, die aber nach und nach aufgehört haben." In der Kernstadt sei es schwierig, Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern. Auch Projekte in Zusammenarbeit mit den Schottener Schulen hätten keine Resonanz gezeigt. In einer kurzen Diskussion wurde die Gründung einer Bambini-Feuerwehr angeregt, um Kinder frühzeitig an die Feuerwehr zu binden.

Der von dem stellvertretenden Rechner Ludwig Vogel vorgetragene Kassenbericht wies ordnungsgemäße Finanzen aus. Holger Bauer und Kevin Weller hatten bei ihrer Kassenprüfung keine Beanstandungen gefunden, so dass die Versammlung den Vorstand einstimmig entlastete.

Traditionell per Handschlag wurden Michael Scheuring, Sara Schleif und Andreas Schmidt von Matthias Rohn in die Einsatzabteilung aufgenommen. Der Wehrführer und Stadtbrandinspektor Artur Ruppel beglückwünschten anschließend im Rahmen von Beförderungen Jenny Reitz und Sara Schleif (zu Feuerwehrfrauen), Rouven Keil (Oberfeuerwehrmann) sowie Kevin Weller (Hauptfeuerwehrmann). Nach Absolvierung mehrerer hundert Lehrgangsstunden hat Thomas Schlörb zudem erfolgreich die Anforderungen für den Dienstgrad eines Oberbrandmeisters erfüllt.

In ihrem Grußwort kündigte Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky für Ende April den Beginn der Erdarbeiten für das neue Gefahrenabwehrzentrum an der Stadtverwaltung an.

Der Rohbau soll nach den Planungen im Zeitraum von Ende Mai bis zum Jahresende erstellt werden. Wegen der zugesagten Zuschüsse vom Land Hessen für den Feuerwehrbereich und im Rahmen des Konjunkturprogramms für die übrigen Bereiche Polizei, Bergwacht und Stadtarchiv müsse der Neubau 2012 fertig gestellt werden.

"Es wird nur das Notwendigste nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gebaut", betonte die Verwaltungschefin mit Blick auf die Kosten von insgesamt 3,4 Millionen Euro.

Stadtbrandinspektor Artur Ruppel wies darauf hin, dass die Stadt für den Erwerb des Führerscheins der Klasse CE, der zum Führen schwerer Lastzüge berechtigt, einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro erteilt. Eindrücklich appellierte er an die Verantwortlichen der Schottener Feuerwehr, die Situation bei der Jugendabteilung zu verbessern.

Veröffentlicht auf: Kreis-Anzeiger

 

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